Konzept zur gemeinschaftlichen Immobiliennutzung in der Kreativwirtschaft

Am Anfang steht immer eine Idee! Stellen wir uns vor, es steht eine größere Gewerbeimmobilie zur Nutzung frei. Mehrere Akteur*innen der Kreativwirtschaft finden sich in einem Prozess zusammen und beleben dieses Gebäude mit einem coproduktiven, cooperativen und collektiven Projekt zwischen Nutzer*innen und Eigentümer*innen.

Coproduktiv, weil alle gemeinsam ein Ziel verfolgen, sowohl Nutzer*innen als auch Vermieter*innen und gemeinsam aus der Nutzung des Ortes Strukturen entwickeln.

Cooperativ, weil zwischen den einzelnen Nutzer*innen Synergien entstehen und mit allen Mitteln, Know-Hows, Talenten an (gemeinsamen) Projekten gearbeitet wird, bzw. sich die Beteiligten untereinander selbstorganisiert Aufträge zuspielen.

Collektiv, weil wir den Mietpreis durch ein solidarisches Bieterverfahren regeln, in dem so lange Gebote abgegeben werden, bis die gesamte Grundmiete auf alle Nutzer*innen fair verteilt ist. Dieses Verfahren wird in regelmäßigen Abständen wiederholt und gleicht finanzielle Veränderungen in der Gemeinschaft aus. Somit orientiert sich der Preis für jede/jeden einzelne/einzelnen nicht nach dem etablierten Konzept an den Quadratmetern, sondern immer daran, was jedem/jeder der Raum in dieser coproduktiven Gemeinschaft wert ist.

COPRODUKTIV

COOPERATIV

COLLEKTIV

Ein Merkmal des CO³ – Konzeptes ist die frühe und gemeinschaftliche Einbeziehung von Kreativ- und Immobilienwirtschaft in die Planung. Der von der uns moderierte Prozess verbindet ein Bewerbungsverfahren potentieller Nutzer*innen, Besichtigungs- und Kennenlerntermine, ein Auswahlverfahren, Workshops und eine prototypische Vornutzung. In einer wachsenden Struktur finden sich so sukzessive Synergien unter den Nutzer*innen und ihre individuellen Raumbedarfe, die in Kooperation mit  den Eigentümer*innen realisiert werden können.

Für die Eigentümer*innen bietet CO³ einen effizienten Prozess, der unter Berücksichtigung ihrer Interessen und Möglichkeiten ein für sie wirtschaftlich tragfähiges Nutzungskonzept entwickelt und die dazugehörenden Nutzer*innen gleich „mitliefert“. Für die Nutzer*innen entstehen mit dieser Methode bezahlbare Arbeitsräume in einem Umfeld, welches für sie viele Anknüpfungspunkte bereithält und sie in ihren Unternehmungen fördert.

Leerstehende Gewerbeimmobilien können so mit CO³ gemeinschaftlich in Nutzung gebracht werden und unter den verschiedenen Mieter*innen als Wissens-, Projekt- und Auftragsvermittler fungieren. So wird nicht nur ein Ort des Miteinanders sondern auch ein Netzwerk etabliert, dass sich untereinander Projekte und Aufträge zuspielt.

Das Bieterverfahren noch nicht ganz verstanden? Immer wenn es ums Geld geht wird es kompliziert, daher erklären wir Dir das noch einmal anhand eines Beispiels:

Nehmen wir mal an, im Verlauf des Projektes finden sich unter den potenziellen Nutzer*innen eine Modedesignerin und ein Künstler. Beide wollen in Zukunft ihre vorhandenen Arbeitsbereiche und ihr Know-How synergetisch nutzen, brauchen daher für Ihre gemeinsame Arbeit eine räumliche Nähe und benötigen in etwa die gleiche Raumgröße.

Sie erhoffen sich durch diese “Symbiose” positive Effekte für Ihren jeweiligen Tätigkeitsbereich. In einem Bieterverfahren, welches in ähnlicher Form auch in der solidarischen Landwirtschaft angewendet wird. Beide werfen jetzt gemeinsam mit allen interessierten Nutzer*innen unterschiedliche hohe Geldbeträge “in einen Topf”. Ist der Gesamtbetrag für die Miete erreicht endet das Verfahren oder es wird solange wiederholt bis dieser erreicht ist.

Somit entstehen individuelle Mietpreise, die sich nicht am klassischen Prinzip der Quadratmeter orientieren, sondern an der Motivation jedes/jeder Einzelnen am cooperativen Mehrwert der in dieser Gemeinschaft entsteht.

WEITERFÜHRENDES:

Referent Kickoff, Thema Solidarunternehmertum

>>> LINK

Konzept koproduktive Quartiersentwicklung Kreuzberg

>>> LINK

Beispiel: Quellkollektiv Nürnberg

>>> LINK

Aktuell ist die KREATIVRAUMAGENTUR.Dresden auf der Suche nach einer passenden Immobilie für dieses Konzept und mit diversen Eigentümer*innen im Gespräch.

 

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